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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Vermeidbare Sterbefälle in Deutschland

Motivation

Um die Effektivität von Gesundheitssystemen zu untersuchen und internationale sowie regionale Vergleiche durchzuführen, hat sich das Konzept der „vermeidbaren Sterbefälle“ in der Epidemiologie etabliert. Dieses Konzept, dessen Grundzüge in den USA bereits in den siebziger Jahren von David Rutstein entwickelt wurden, beruht auf der Untersuchung solcher Sterbefälle, die bei angemessener Prävention, Versorgung oder Therapie in einer bestimmten Altersgruppe hätten verhindert werden können. Obwohl vor allem bei der Auswahl der Diagnosen, die als medizinisch behandelbar gelten, konkurrierende Ansichten herrschen, wird das Konzept dennoch regelmäßig in epidemiologischer Forschung und der Gesundheitsberichterstattung eingesetzt. Die Vorteile des Konzepts gegenüber anderen Indikatoren, die benutzt werden um die Performanz von Gesundheitssystemen zu messen, demonstrierten Nolte und McKee. Sie verglichen „disability adjusted life-expectancy“ (DALE) mit vermeidbaren Sterbefällen und zeigten, dass DALE nicht sensitiv für die Unterschiede in Gesundheits-Outcomes zwischen Ländern mit einem hohen Niveau von Lebenserwartung ist. DALE wurde von der WHO für den stark umstrittenen World Health Report 2000 verwendet, um Rankings von Gesundheitssystemen zu erstellen. Im Englischen wird anstatt von „avoidable mortality“ auch von „amenable mortality“ gesprochen, um auszudrücken dass die Vermeidung aller gelisteten Sterbefälle zwar einen optimaler Orientierungswert darstellt, aber real nicht zu erreichen ist.

Inhalt des Projekts

Das Ziel ist es, erstens den marginalen Einfluss medizinischer Versorgung auf alle vermeidbaren Sterbefälle innerhalb des Konzepts einer Produktionsfunktion zu messen. Als vermeidbare Sterbefälle werden Sterbefälle bezeichnet, die bei angemessener Krankheitsprävention oder Therapie hätten verhindert werden können (Nolte und McKee, 2004). Frühere Studien haben bereits den marginalen Einfluss nationaler Gesundheitsdienste auf Mortalität mit Hilfe von Zeitreihendaten auf der aggregierten Ebene analysiert (Silver, 1972; Richardson und Peacock, 2003; Connelly und Doessel, 2004; Thornton, 2002; Zeynep, 2000). Doch diese verwendet deutschlandweite Mikrodaten in der Analyse. Zweitens, wird eine krankheitsspezifische Sicht auf die Gesundheitsproduktion eingenommen und der relative marginale Einfluss medizinischer Versorgung auf vermeidbare Sterbefälle in den Bereichen Kardiovaskuläre Sterbefälle, Krebserkrankungen und alle Anderen untersucht. Übereinstimmend mit früheren Studienergebnissen (Rosen und Taubmann, 1982; Kenkel, 1991; Leigh, 1983) wird in beiden Modellen für Morbidität, sozioökonomischen Status, Umweltbedingungen und Lebensstil in den Kreisen und für ein ausführliches Set von demographischen Variablen kontrolliert. Die Daten über individuelle Mortalität stammen von den Ämtern für Raumordnung und Landesplanung der Länder und werden vom Forschungsdatenzentrum (FDZ) in Berlin verwaltet.

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