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Management im GesundheitswesenJakubowski E, Busse R (1998): Das Gesundheitswesen in der EU: eine vergleichende Untersuchung (Reihe Volksgesundheit und Verbraucherschutz SACO 101); also in Englisch und Französisch. Luxembourg: European Parliament

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Das Gesundheitswesen in der EU: eine vergleichende Untersuchung (Reihe Volksgesundheit und Verbraucherschutz SACO 101); auch in Englisch and Französisch

Autor
Jakubowski E, Busse R

Verlag
Luxembourg: European Parliament

 

 

Zusammenfassung

In dem vorliegenden Bericht werden die wesentlichen Fakten zu dem Gesundheitszustand und der Gesundheitsversorgung in den 15 EU-Mitgliedstaaten dargestellt. Diese neue Untersuchung der Gesundheitssysteme der 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) ersetzt die beiden vorangegangenen aus den Jahren 1990 und 1993.

Der Vertrag von Maastricht von 1991 übertrug der Union neue Zuständigkeiten im Gesundheitswesen und ermöglichte einen breiteren Ansatz für eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Es wurden für die Gesundheitsförderung und den Gesundheitsschutz, die finanzielle Unterstützung der medizinischen und gesundheitspolitischen Forschungsprogramme und die Einrichtung eines internationalen Informationssystems gemeinsame Aktionen mit den Mitgliedstaaten festgelegt. Die Kommission hat in Bereichen wie AIDS, Tabakkonsum, Alkoholmißbrauch und gesundheitsschädliche Umwelteinwirkungen bereits spezifische Politiken entwickelt. Der Vertrag von Amsterdam von 1997 sieht bei den Gemeinschaftsaktionen eine vermehrte Berücksichtigung von Krankheiten und die Eindämmung der Gesundheitsgefährdung vor. Der Europäische Binnenmarkt und die zunehmenden Wanderungsbewegungen innerhalb der Union fördern die Konvergenz der Politiken und neue Verfahrensweisen für den Austausch in der medizinischen Technologie, den Gesundheitsdiensten und bei den Arbeitskraftressourcen.

In der Gesundheitspolitik herrscht jedoch der strikte Grundsatz der Subsidiarität. Die Harmonisierung der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften wird in Artikel 129 des EU-Vertrages ausdrücklich ausgeschlossen.

Die Gesundheitssysteme haben sich aus spezifischen politischen, historischen, kulturellen und sozioökonomischen Gegebenheiten entwickelt. Aus diesem Grund gibt es große Unterschiede in den Organisationsformen des Gesundheitswesens der Mitgliedstaaten und bei der Bereitstellung von Kapital- und Humanressourcen.

Das Gesundheitswesen in der Europäischen Union kann in zwei grundsätzliche Organisationsformen unterschieden werden: die steuerfinanzierte nationale Gesundheitsversorgung und die durch eine Sozialversicherung finanzierten Systeme, in denen die Sozialversicherungskassen vom Staat unabhängig sein können.

Dieser grundlegende Unterschied zwischen den Systemen verwischt jedoch zunehmend. Länder wie das Vereinigte Königreich haben ihren Nationalen Gesundheitsdienst für den internen Wettbewerb geöffnet, um das Angebot zu diversifizieren und die Kaufkraft zu erhöhen. Im Gegensatz dazu schließen sich in einigen traditionellen Sozialversicherungssystemen die Krankenkassen zusammen, und es findet eine vermehrte Ausgabenkontrolle durch den Staat statt. Diese zunehmende Konvergenz ist der Versuch, die jeweiligen Vorteile eines jeden Systems zu erhalten.

Die Gesundheitssysteme in der EU stehen vor neuen oder verschärften Herausforderungen. Es ergeben sich andererseit aber auch neue Möglichkeiten für gesundheitspolitische Strategien. Die Mitgliedstaaten stehen vor der gemeinsamen Herausforderung, eine sozial gleiche, effiziente und hochqualifizierte Gesundheitsversorgung zu tragbaren Kosten in einer Zeit anzubieten, in der der Umfang der Versorgungsleistungen allmählich die Finanzierungsgrundlagen übersteigt. Der Bedarf an Gesundheitsversorgung in Europa - wie auch in den anderen Industriestaaten - nimmt aufgrund des zunehmenden Altersdurchschnitts der Bevölkerung und der gestiegenen Erwartungen der Öffentlichkeit zu. Die demographischen Veränderungen und technologischen Entwicklungen erhöhen die Kosten der Gesundheitsleistungen.

Als Folge stehen alle Systeme vor demselben Problem, die Kosten durch eine Rationalisierung des Leistungsangebots zu senken, da trotz rückläufiger Steuereinnahmen eine erhöhte Nachfrage finanziert werden soll. Gleichzeitig wird es zunehmend schwierig, allgemein akzeptierte Gesundheitspolitiken zu entwickeln, die in der breiten Öffentlichkeit Zustimmung finden.

Andererseits gibt es neue Möglichkeiten, eine grundlegende Verbesserung des Gesundheitswesens sicherzustellen. Es besteht ein zunehmendes Interesse an Krankheitsverhütung und Gesundheitsförderung, klinische Fortschritte ermöglichen einen effektiveren und effizienteren Einsatz der Ressourcen, und Informationen zur Gesundheit und Gesundheitsversorgung können schneller verbreitet werden.

Die Mitgliedstaaten haben zur Bewältigung der Herausforderungen und Ausschöpfung der Möglichkeiten im Gesundheitswesen unterschiedliche Strategien angewendet. Einerseits zeigen sie die grundlegenden Unterschiede in der Organisationsform, wie die Gesundheitsversorgung finanziert und geleistet wird. Darüber hinaus werden Gesundheit und Gesundheitsvorsorge von Land zu Land unterschiedlich definiert, und die abweichenden Ergebnisse über den Gesundheitszustand zeigen, daß eine Reihe anders gelagerter Probleme angegangen werden muß. Jedes System hat seine eigenen Stärken und Schwächen, und keines der Systeme bietet eine umfassend erfolgreiche Lösung. Jedes Gesundheitssystem kann somit etwas von der Erfahrung der anderen 14 lernen.

Im Grunde genommen spiegeln die 15 Gesundheitssysteme in der EU eine Vielfalt von verschiedenen Philosophien und Ansätzen wider, und jedes einzelne von ihnen verfügt über besondere Merkmale. Vergleichende Untersuchungen dieser Systeme unterstützen einen gegenseitigen Lernprozeß, durch den die Gesundheit aller Bürger in der Union verbessert werden kann.

Ziel dieses Berichtes ist es, die neuesten vergleichbaren Informationen über das Gesundheitswesen in der EU darzustellen.

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