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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

The Taiwanese health care system under efficiency scrutiny

Autor
Schreyögg, J

Verlag
Diskussionspapier 2004/17, Technische Universität Berlin, Fakultät Wirtschaft und Management, Berlin

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit untersucht Reformen des taiwanesischen Gesundheitssystems im Hinblick auf ökonomische Effizienz und erarbeitet Verbesserungsvorschläge. Zum tieferen Verständnis des Gesundheitssystems wird zunächst das ökonomische, politische und demographische Umfeld Taiwans dargestellt. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich Taiwan von einem Entwicklungsland zu einer starken ökonomischen Macht entwickelt. Politisch ist Taiwan eines der ersten asiatischen Länder, das eine Demokratie etabliert hat. Das Gesundheitssystem Taiwans hielt mit der rasanten ökonomischen Entwicklung des Landes jedoch nicht Schritt und glich bis 1995 eher dem eines Entwicklungslandes. Zur Effizienzanalyse des Gesundheitssystems ist es zunächst notwendig, sich mit der theoretisch möglichen Gestaltung von Gesundheitssystemen allgemein und deren Anreizwirkungen auf die beteiligten Akteure auseinanderzusetzen. Dazu werden Gesundheitssysteme in Mittelaufbringung. For most recent developments please see: Cheng T.M., Taiwan's new national health insurance program: genesis and experience so far, in: Health Affairs, May/June 2003; 22(3): 61-76; Lu R. J.-F. and Hsiao W.C., Does universal health insurance make health care unaffordable? Lessons from Taiwan, in: Health Affairs, May/June 2003; 22(3): 77-88. (Finanzierung) und Mittelverwendung (Erstattung von Leistungen) gegliedert. Es werden zunächst grundlegende Modelle zur Finanzierung beschrieben mit ihren Vor- und Nachteilen. Anschließend wird bei der Darstellung von Methoden zur Erstattung von Gesundheitsleistungen im einzelnen auf die Erstattung von stationären, ambulanten und pharmazeutischen Leistungen eingegangen. Jede dieser Methoden entfaltet unterschiedliche Anreizwirkungen für die Akteure des Gesundheitswesens im Hinblick auf das Ziel einer bedarfsgerechten und kostengünstigen Gesundheitsversorgung bzw. einer optimalen Allokation von Gesundheitsleistungen. Die Situation des Gesundheitssystems in Taiwan mit seinen Problemen vor 1995 wird kurz skizziert, um den Reformbedarf nachvollziehen zu können. Im Kern war fast die Hälfte der Bevölkerung, die zugleich die sozial schwächste Gruppierung darstellte, nicht krankenversichert. Es bestand ein ungleicher Zugang zum Versicherungsschutz, da bestimmte Gruppierungen Vergünstigungen in Anspruch nehmen konnten. Die Erstattungssysteme entfalteten falsche Anreize, die zu einer Kostenexplosion und Fehlallokation von Ressourcen führten. Anschließend wird der Status quo im Jahr 2000, 5 Jahre nach den Reformen des Gesundheitssystems, beschrieben. Dabei wird im Hinblick auf eine optimale Allokation von Gesundheitsleistungen auf die positiven Effekte, aber auch auf die Schwachstellen des neuen Systems eingegangen. Es wurde eine einheitliche Pflichtversicherung eingeführt, die eine Absicherung der Krankheitsrisiken der gesamten Bevölkerung ermöglicht. Die Beiträge werden nach dem Bismarck-Modell der deutschen Krankenversicherung anteilig vom jeweiligen Einkommen des Versicherten ermittelt. Problematisch ist, daß das Defizit der Krankenkasse immer größer wird, was zum einen auf sehr geringe Beitragssätze und Zuzahlungen, zum anderen auf ineffiziente Erstattungssysteme zurückzuführen ist. Stationäre Leistungen werden zunehmend durch DRG’s (Diagnosis related groups) erstattet. Diese entfalten positive Anreize auf Krankenhäuser Kosten zu senken. Sie sind allerdings erst für bestimmte Krankheitsfälle eingeführt. Ambulante Leistungen bilden den größten Ausgabenposten für die Krankenversicherung mit fast 50%. Dies ist auf hohe Kosten der Behandlung und sehr häufige Arztbesuche zurückzuführen. Patienten nehmen bei Bagatellkrankheiten häufig ärztliche Hilfe in Anspruch, begeben sich zudem nicht in Arztpraxen, sondern suchen direkt Universitätskliniken auf und verursachen so enorme Kosten. Kostenerparnisse durch die Einführung von Kopfpauschalen für Diagnosen werden überlagert durch hohe Behandlungskosten, die immer noch einzeln abgerechnet werden. Die Registrierung von Pharmazeutika in Taiwan ist überdurchschnittlich aufwendig und langwierig im Vergleich mit anderen Ländern. Die Erstattung von Pharmazeutika wird erschwert durch Marktinterventionen aller Art, die somit Innovationen behindern. Abschließend werden die zukünftigen Maßnahmen der taiwanesischen Regierung bewertet und eigene Vorschläge vorgestellt. Statt der Einführung von globalen Budgets, die für das Jahr 2001 geplant sind, sollte Taiwans Regierung eher versuchen, durch höhere Zuzahlungen und Beitragssätze die Finanzierungslücke zu schließen. Außerdem könnten die Kosten für ambulante Leistungen durch eine Etablierung eines Referenzsystems und eine Erweiterung der Kopfpauschalen auf die Behandlung enorm gesenkt werden. Alternative Finanzierungsformen sollten in Erwägung gezogen werden, um z.B. Konkurrenz auf dem Versicherungsmarkt zu ermöglichen.

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