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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Wegfall des Mehr- und Fremdbesitzverbots: Eine Chance für mehr Wettbewerb im Apothekenmarkt

Autor
Fetzer S, Liessem V, Busse R, Felder S, Steinmeyer H-D, Wasem J
Verlag
Essen: Wissenschaftlicher Beirat der Betrieblichen Krankenversicherung

Zusammenfassung

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Der deutsche Apothekenmarkt steht vor gewaltigen Veränderungen, denn vermutlich wird der Europäische Gerichtshof das derzeit im Apothekengesetz verankerte Fremd- und Mehrbesitzverbot aufheben. Dies lässt erwarten, dass neue Anbieter in den Apothekenmarkt eintreten und sich somit die Wettbewerbsintensität gegenüber heute deutlich erhöht. In der Folge könnten die Ausgaben der GKV für Arzneimittel über die Hebung von Effizienzreserven im Arzneimittelmarkt sinken.
Allerdings ist der Apothekenmarkt für verschreibungspflichtige Arzneimittel derzeit sehr stark reguliert: Auf der Angebotsseite sind Apotheken in ihrer Preissetzung durch gesetzlich fixierte Margen eingeschränkt. Aber auch auf der Nachfrageseite darf aufgrund der Ausgestaltung der derzeitigen Rabatt- und Zuzahlungsregelungen bezweifelt werden, ob die Versicherten einen Anreiz haben, preisgünstige Apotheken aufzusuchen Ohne weitere Gesetzesänderung ließe dies befürchten, dass die bevorstehende Neuausrichtung des Apothekenmarkts lediglich dazu führt, dass die Arzneimittelausgaben der GKV unter den zukünftigen Marktteilnehmern neu verteilt werden.
Um mehr Wettbewerb im Arzneimittelmarkt zu erreichen, genügt es also vermutlich nicht, allein auf einen Wegfall des Mehr- und Fremdbesitzverbotes zu setzen. Vielmehr sollte dieser durch weitere flankierende Maßnahmen ergänzt werden. Im vorliegenden Papier wird deshalb ein Reformvorschlag vorgestellt, durch den eine Intensivierung des Wettbewerbs auf dem Arzneimittelmarkt erreicht werden soll. Der Reformvorschlag umfasst zum einen die Streichung der derzeitigen gesetzlichen Vorgaben zur Preissetzung. Zum anderen soll über die Möglichkeit für Krankenkassen, mit Apotheken selektive Verträge auszuhandeln, sowie Modifikationen der bestehenden Zuzahlungsregelungen auch eine Erhöhung der Preisreaktion der Nachfrageseite erreicht werden.
Im Weiteren ist das Papier wie folgt gegliedert: Kapitel 2 stellt die Akteure auf dem deutschen Apothekenmarkt vor und gibt einen Überblick der gesetzlichen Regelungen des Apothekenverkaufspreises. Mit den zu erwartenden Umwälzungen im Apothekenmarkt aufgrund der bevorstehenden Urteile des Europäischen Gerichtshofs befasst sich Kapitel 3. In Kapitel 4 wird das Reformmodell vorgestellt. Auf Schnittstellen zum Herstellerwettbewerb wird in Kapitel 5 eingegangen.

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