TU Berlin

Management im GesundheitswesenMangiapane S, Busse R (2011): Verordnungsprävalenz und Therapiepersistenz medikamentöser Sekundärprävention bei Patienten nach Myokardinfarkt – eine Routinedatenanalyse der Versorgungsrealität. Dtsch Arztebl Int 108(50): 856-862

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Verordnungsprävalenz und Therapiepersistenz medikamentöser Sekundärprävention bei Patienten nach Myokardinfarkt – eine Routinedatenanalyse der Versorgungsrealität

Autor
Mangiapane S, Busse R 
Verlag
Dtsch Arztebl Int 108(50): 856-862

 

 

Zusammenfassung

Lupe

Hintergrund: Obwohl Leitlinien den kontinuierlichen Einsatz von Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel, Betablockern, Statinen und „angiotensin converting enzyme“(ACE)-Hemmern nach Myokardinfarkt fordern, gibt es Hinweise, dass die Therapie oftmals frühzeitig beendet wird, wenngleich Langzeitstudien zur Versorgungsrealität fehlen. Das Ziel dieser Studie bestand darin, basierend auf für die Gesamtbevölkerung nicht repräsentativen Abrechnungsdaten der Techniker-Krankenkasse die Verordnungsprävalenz und die Therapiepersistenz für Myokardinfarktpatienten zu analysieren.

Methoden: Versicherte, die im Studienzeitraum 2001–2006 eine Entlassungshauptdiagnose „akuter Myokardinfarkt“ hatten, wurden entsprechend der Verordnungen, die sie in den 90 Tagen nach Entlassung erhielten, als Anwender beziehungsweise Nicht-Anwender der relevanten Wirkstoffgruppen bezeichnet. Mittels Überlebenszeitanalyse wurde der Zeitpunkt bis zum Therapieabbruch bestimmt. Wirkstoffgruppenwechsel wurden nicht betrachtet.

Ergebnisse: Von den 30 028 Myokardinfarktpatienten erhielten initial 82 % einen Betablocker, 73 % ein Statin, 69 % einen ACE-Hemmer, 66 % ASS (ohne Selbstmedikation) und 61 % Clopidogrel. 10 % der ASS-Anwender, 17 % der Statin-Anwender, 31 % der ACE-Hemmer-Anwender und 36 % der Betablocker-Anwender führten ihre Therapie kontinuierlich über fünf Jahre fort. Der deutlichste Rückgang in der Therapiepersistenz war im Jahr nach dem Infarkt zu beobachten.

Schlussfolgerung: Hinsichtlich der medikamentösen Persistenz nach Myokardinfarkt besteht Optimierungsbedarf. Schulungsmaßnahmen sollten unmittelbar nach dem Infarkt beginnen, da die Entscheidung für oder gegen eine Therapie im ersten Jahr nach dem stationären Aufenthalt getroffen wird.

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