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TU Berlin

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ZaImplizite Rationierung von Pflege­leistungen in deutschen Akutkrankenhäusern – Ergebnisse der interna­tio­nalen Pflegestudie RN4Cast.

Autor
Zander B, Dobler L, Bäumler M, Busse R
Verlag
Das Gesundheitswesen 76(11): 727-734 (DOI 10.1055/s-0033-1364016)

 

 

Zusammenfassung

 

Hintergrund:

Die Effekte von impliziter Ra­tionierung in der stationären Pflege wurden in Deutschland bisher – ebenso wie in der ärztlichen Versorgung – noch in keiner empirischen Studie erfasst. Daher waren Ausmaß an vernachlässigten Tätigkeiten sowie mögliche Einflussfaktoren in der Arbeitsumgebung und Personalbesetzung unbekannt.

Methodik:

Befragung von 1 511 examinierten Pflegefachkräften aus 49 Akutkrankenhäusern im Rahmen der internationalen Pflegestudie RN4Cast. Die Auswertung erfolgte anhand deskriptiver Statistik sowie einer Regressionsanalyse zur Berechnung der Einflussfaktoren aus Arbeitsumgebung und Personalbesetzung.

Ergebnisse:

Im Schnitt wurden 4,7 von 13 Pflegetätigkeiten rationiert. Die Spannbreite der ra­tionierten Tätigkeiten liegt zwischen 82% bei „Zeit und Zuwendung für Patientengespräche“ und 15% bei „Behandlungen und Prozeduren“. Die Regressionsanalyse ergab einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Personalbesetzung und Bereichen der Arbeitsumgebung mit der Durchführung bzw. Nicht-Durchführung von Pflegetätigkeiten. Ebenso wurden signifikante Zusammenhänge hinsichtlich schlechter Führungsqualität, inadäquater Organisation und Einteilung der Pflegearbeit sowie hoher emotionaler Erschöpfung mit Rationierungen gemessen.

Schlussfolgerungen:

Pflegekräfte priorisieren bei ihren Rationierungsentscheidungen; Tätigkeiten, die am ehesten vernachlässigt werden, stehen im Zusammenhang mit Zuwendung und psychosozialer Versorgung, wohingegen Tätigkeiten wie Schmerzmanagement und zeitgerechte Medikation weniger oft rationiert werden. Aufgrund der gemessenen Wechselwirkung mit der Arbeitsumgebung empfiehlt es sich in eine produktive, gute Arbeitsumgebung zu investieren – zusätzlich zu Personalaufstockungen bzw. im Vorfeld dazu.

 

Background:

Implicit rationing of nursing care – likewise as in medical care – has never been empirically measured in German hospitals. Thus, little is known about prevalence and patterns of nursing care left undone as well as its association with nurse work environment and staffing.

Methodology:

We surveyed 1 511 registered nurses from 49 German acute hospitals participating in the multi-country cross-sectional study RN4CAST. Analyses were made by descriptive statistics as well as multilevel regression analysis to calculate predictors from the nurse work environment and staffing.

Results:

On average 4.7 out of 13 nursing tasks were rationed. The range was between 82% for “comfort/talk with patients” and 15% for “treatments and procedures”. The analysis revealed that hospital work environments and staffing ratios were significantly associated with the level of nursing care left undone. Further significant associations were found between poor leadership, inadequate organisation of nursing work as well as high emotional exhaustion and rationing.

Discussion:

The phenomenon of nursing care left undone was prevalent in German hospitals. Those tasks which are most likely to have negative consequences for patients (e. g., pain management and medication on time) seem to receive higher priority than tasks whose potential effects are less immediate or direct (e. g., psychosocial care). With regard to the measured correlation with the nurse work environment, it is recommend to invest in a good environment before (or simultaneously) investing in nurse staffing.

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